Mitteilung über ein neues Skelett eines Plesiosauriers (Reptilia: Sauropterygia) aus dem Oberen Pliensbachium (Unterjura) von Bielefeld, Nordwestdeutschland

Sachs, S., Schubert, S., Kear, B.P. (2014) Mitteilung über ein neues Skelett eines Plesiosauriers (Reptilia: Sauropterygia) aus dem Oberen Pliensbachium (Unterjura) von Bielefeld, Nordwestdeutschland. Berichte Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend 52: 26-35.

Wir stellen einen neuen Plesiosaurier-Fund aus dem Oberen Pliensbachium (Unterer Jura) von Bielefeld-Jöllenbeck (Nordrhein-Westfalen, NW Deutschland) vor. Die erhaltenen Partien des Skeletts umfassen Teile des Schädels, der Wirbelsäule, der Rippen, des Schultergürtels sowie der Extremitäten. Es gehörte zu einem nicht ausgewachsenen Individuum von etwa 2-3 m Länge. Wichtige diagnostische Merkmale sind unter anderem eine markante Einkerbung in der caudalen Begrenzung der Fossa glenoidalis der Mandibula, craniale Cervicalwirbelcentra die höher als lang sind, ein Paar Foramina subcentralia an den Cervicalwirbeln, die durch einen breiten ventralen Kiel getrennt werden, sowie ein dorsaler Fortsatz an der Scapula, der einen schwach gewölbten cranialen Rand, aber keine markante mediale Verdickung aufweist. Das Bielefelder Exemplar gehört zu den vollständigsten Plesiosaurier-Funden, die aus dem Pliensbachium
bekannt sind. Es unterscheidet sich von den etwa gleichaltrigen europäischen Gattungen Westphaliasaurus und Cryonectes, zeigt jedoch Ähnlichkeiten zu unpubliziertem Material aus dem Pliensbachium von England. Der Bielefelder Plesiosaurier ist ein Beleg dafür, dass diese Gruppe während des Pliensbachiums mit einer beachtlichen Diversität in europäischen marinen Ökosystemen vertreten war.

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