Kreide-Fossilien in Sachsen. 15. Reptilien

Sachs, S.; Hornung, J. J.; Knüppe, J.; Wilmsen, M. & Kear, B.P. (2016) 15. Reptilien / 15. Reptiles. In: Niebuhr, B.; Wilmsen, M. (eds.) Kreide-Fossilien in Sachsen, Teil 2. Geologica Saxonica 62: 169-179.

Reptilien gehören in der sächsischen Kreide (Elbtal-Gruppe) zu den Seltenheiten. Die wenigen bekannten Reste sind historische Funde, die erstmals im 19. Jahrhundert von Hanns Bruno Geinitz bearbeitet wurden. Sie stammen aus zwei stratigraphischen Einheiten, der Dölzschen-Formation (oberes Obercenomanium) sowie dem Strehlener und Weinböhlaer Kalk der unteren Strehlen-Formation (mittleres Oberturonium) und wurden fast ausschließlich im heutigen Stadtgebiet von Dresden gesammelt. Die Exemplare aus der Dölzschen-Formation sind sehr fragmentarisch erhalten und konnten keiner Gruppe mit Sicherheit zugeordnet werden. Das Material aus dem Strehlener Kalk hingegen zeigt, dass zwei Plesiosaurier-Familien (Elasmosauridae und ?Polycotylidae) sowie verschiedene marine Schildkröten der Familie Protostegidae im sächsischen Kreidebecken vorkamen. Hinweise auf Squamaten (Mosasauridae und Dolichosauridae), wie von Geinitz (1875a) postuliert, fehlen hingegen.

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